Heute möchte ich euch ein kleines Stück Kamerazubehör vorstellen, das zwar eine sehr spezielle Sparte der Fotografie ausfüllt, meiner Meinung nach aber in keinem Fotorucksack fehlen darf. Ausserdem soll dieser Beitrag zeigen, wie dieses Stück Zubehör uns helfen kann, aus einer Fotoserie ein cooles Zeitraffervideo zu erstellen (wie man sie z. B. auf Vimeo immer wieder sieht). Die Rede ist vom TR-90 von Phottix. Die TR-90 ist eine Kombination aus Kabelfernbedienung und Intervallauslöser und ist für viele verschiedene Canon EOS Modelle verfügbar. Canon selbst bietet auch eine solche Kombination an (den Canon TC-80N3 Fernauslöser), das Teil kostet knapp 70,- EUR mehr als das Modell von Phottix.
Was mache ich damit?
Die TR-90 Kabelfernbedienung hat 2 Hauptnutzen. Zum einen kann man sie als normalen Fernauslöser benutzen. Hierbei hat man die Wahl ob man eine fest eingestellt Zeit belichten möchte oder ob man den Auslöseknopf manuell gedrückt hält und bei Bedarf loslässt (alternativ kann man auch eine Zeitverzögerte Aufnahme machen). Zum anderen kann man die Fernbedienung aber auch für Intervallfotoreihen nutzen. Dazu stellt man seine Kamera in den “bulb”-Modus, stellt den Aufnahmeintervall im TR-90 ein und startet den Timer. Als Einstellmöglichkeiten bietet das TR-90 für Langzeitaufnahmen eine Belichtungszeit von 1 Sekunde bis 99 Std. und 59 Min. Die Timerfunktion für den Intervall bietet den gleichen Zeitraum. Als max. Anzahl von Fotos pro Durchgang kann man 399 einstellen. Da das TR-90 durch den zweistufigen Auslöser automatisch den Autofokus der Kamera anspricht, empfehle ich bei Nachtaufnahmen, den Fokus vorher manuell einzustellen und dann die Autofokus Funktion der Kamera/des Objektivs zu deaktivieren. Ansonsten kann es hier zu Auslösungsproblemen kommen, wenn der Autofokus nicht fokusieren kann.
Von der Fotoserie zum Video
Wenn ihr das TR-90 und die Kamera soweit eingestellt habt, kann es mit der Aufnahme der Fotoserie losgehen. Da wir planen die Fotos nachher in ein Zeitraffer Video umzuwandeln, ist es normalerweise nicht nötig das wir die Fotos in hoher Qualität aufnehmen- für ein HD Video reicht eine Auflösung von 1920 x 1080. Ich empfehle daher, die kleinst moegliche Auflösung der Kamera zu wählen (die i. d. R. immernoch höher ist als 1920 x 1080). Ausserdem ist es bei den meisten Aufnahmen nicht nötig, dass wir noch nachträgliche Bildbearbeitung durchführen. Daher ist es ratsam anstatt RAW Aufnahmen zu machen, die Fotos im JPEG Format aufzunehmen. Das beschleunigt den Prozess der Umwandlung später enorm.
Sind die Fotos im Kasten, gehe ich normalerweise hin und importiere die Fotos in Lightroom, da Lightroom mein Dreh- und Angelpunkt für die Fotoweiterverarbeitung ist. Nach dem Import exportiere ich die Fotos dann wieder in einen separaten Ordner. Da es sich schon um JPEGs handelt, schalte ich die Nachschärfung ab. Ich lasse die Fotos ausserdem direkt skalieren, damit sie fürs 1080p Format passen. Ich stelle bei der Skalierung also ein, dass die “Lange Kante” max. 1920px lang werden soll.
Für den nächsten Schritt brauchen wir den Quicktime 7 Player. Die meisten MacOS 10.6 Benutzer werden jetzt vermutlich sagen: “Aber seit 10.6 ist doch bei MacOS der Quicktime Player 10 dabei”. Das ist richtig, aber QT 10 hat keine Serienbild Funktion mehr integriert. Glücklicherweise war Apple so gnädig und hat QT7 nicht komplett aus MacOS verbannt. Es ist jetzt lediglich etwas “versteckt”. Ihr findet es im “Dienstprogramme” Ordner unterhalb des “Programme” Ordners. Wir starten jetzt also QT7 um unsere Bilder in eine Bildsequenz umzuwandeln. Dazu klicken wir auf “Ablage” und wählen dann “Bildsequenz öffnen” aus dem Menü. QT öffnet jetzt ein Dateinavigationsfenster in dem wir zu unseren Fotos navigieren. Dort angekommen werden alle Fotos markiert und das ganze dann mit “Öffnen” bestätigt.
QT fragt uns jetzt nach der “Bildrate” für unsere Sequenz. Für ein typisches Zeitraffer Video nehme ich gerne “15 Bilder pro Sekunde”. Das gibt einen netten surrealen Effekt. Je nachdem was ihr vorhabt, ist es aber auch nicht verkehrt “24 Bilder pro Sekunde” zu wählen. Dies entspricht dann dem typischen Format von PAL Videos. Haben wir uns dann für eine Bildrate entschieden und das ganze bestätigt, baut uns QT unser Zeitraffervideo zusammen. Das ganze brauchen wir jetzt nur noch zu als Video zu exportieren und fertig ist das Zeitraffervideo. Für den Export benutze ich persönlich sehr gerne den DivX Codec, da er sehr schnell ist und auch gute Qualität erzeugt (ausserdem hat DivX vor einiger Zeit mal Lizenzen verschenkt
)
Das war doch alles in Allem nicht schwierig, denke ich. Da aber Bilder doch meistens mehr sagen, habe ich den ganzen Prozess auch nochmal als Screencast für euch aufgenommen:
Zum Abschluss hier noch zwei Beispiel Zeitraffer Videos:
