Als “Geotagging” bezeichnet man die Technik, geografische Koordinaten von Positionen zu sammeln, an denen man Fotos erstellt hat. Diese Geodaten werden dann (meist nachträglich) mit den Fotos verknüpft und in den EXIF Informationen der jeweiligen Datei gesichert.
Warum sollte ich das tun?
Nunja… Geotagging bietet einige Vorteile, die vor allem bei der Bildarchivierung zu Gute kommen. Angenommen man ist im Urlaub und schiesst eine Menge toller Fotos. Dank Geotagging kann man auf einfache Weise dem Foto die Geodaten mitgeben, wo das entsprechende Bild entstanden ist. Wenn man sich die Bilder dann in ein paar Monaten oder Jahren wieder anschaut, kann man genau sagen wo das Foto entstanden ist. Ausserdem werden die Positionierungsdaten auch von vielen Online-Bilderdiensten (wie z. B. Flickr) erkannt und automatisch (natürlich nur wenn man das möchte) in die Flickr-Bilderkarte eingefügt. Somit kann man in Fotocommunities einfach sehen, wer evtl. gleiche Motive fotografiert hat, wer das Motiv evtl. anders in Szene gesetzt hat usw. Ihr seht, Geotagging ist eine nette Sache und wohl auch gerade deshalb ein absolutes “In”-Thema.
Wie funktioniert Geotagging?
Es gibt mehrere Möglichkeiten seine Fotos zu Geotaggen. Die schnellste aber auch ungenauste Methode ist es, seine Fotos z. B. bei Flickr hochzuladen und dort einfach via “Organizr” auf die Landkarte zu ziehen. Damit bekommen die Fotos automatisch Geodaten zugewiesen. Dies hat aber den Nachteil, dass man die Geodaten nicht in den lokalen Fotos hat und das man ausserdem die Position wissen muss, wo man das Foto erstellt hat. Das mag in der lokalen Region sicher noch machbar sein, fliegt man aber z. B. ins Ausland, wird das ganz schnell zu einer riesigen Raterunde.
GPS Empfänger
Eine zweite Möglichkeit die Geodaten zu erfassen bieten kleine GPS Empfänger, die man sich auf den Blitzschuh stecken kann. Der wohl bekannteste Herrsteller solcher Empfänger ist Jobo. Der Jobo photoGPS ist ungefähr so groß wie eine Streichholzschachtel und wird einfach in den Blitz-/Zubehörschuh der Kamera gesteckt. Dort speichert er dann die Geodaten während der Fototour. Wenn man dann wieder zurück ist, schliesst man den photoGPS via USB an und weisst mit der beiliegenden Software den Fotos die entsprechenden Positionierungsdaten zu. Die Software speichert diese dann wie schon gesagt in den EXIF Informationen der einzelnen Fotos, so das später mit einer EXIF-fähigen Software darauf zugegriffen werden kann. Diese Methode ist die wohl komfortabelste, aber auch die teuerste. Ausserdem finde ich es persönlich unpraktisch, dass durch den GPS Empfänger der Blitzschuh besetzt ist und ich so keinen Blitz mehr aufstecken kann (Ich hab mir allerdings sagen lassen, dass man den photoGPS Empfänger auch in die Tasche stecken kann, womit der Blitzschuh Problem gelöst wäre).
iPhone und Lightroom
Die dritte und von mir präferierte Möglichkeit der Datenerfassung funktioniert ähnl. wie so ein Jobo Empfänger ist für den Besitzer eines iPhones aber einiges kostengünstiger. Dank des ins Apple iPhone eingebauten GPS Empfänger lassen sich mit dem iPhone auf einfache Weise Geodaten sammeln. Mit der kleinen iPhone App “GeoLogTag” (sie kostet glaubich $4 im AppStore) hat man einen voll ausgestatteten Geodaten Empfänger auf dem iPhone. Wenn man die Fototour beginnt, startet man einfach die App auf dem iPhone und steckt es in die Hosentasche. Die App sammelt dann in einem definierbaren Interval die GPS Koordinaten und speichert sie auf dem iPhone. Wenn man dann wieder Zuhause ist, schaltet man die App in den “Server”-Modus, womit sie sich in einen kleinen Webserver verwandelt, über den man dann via WLAN ganz einfach auf die Daten zugreifen kann. GeoLogTag speichert die Daten im GPX-Format, welches von vielen verschiedenen Software Produkten verarbeitet werden kann.
Ich verarbeite die GPX Dateien dann direkt in Adobe Lightroom. Dank Jeffrey Friedl’s Geoencoding Plugin für Lightroom, ist das Zuweisen der Geodaten zu den importierten Fotos innerhalb weniger Sekunden gemacht. Das Plugin ist “Donationware”- das heisst man spendet einen X-beliebigen Betrag an den Entwickler und bekommt dafür die Vollversion des Plugins. Das Plugin arbeitet mit Lightroom 2 und 3. Hat man mal keine GPX Datei zur Hand, kann man mit dem Plugin auch super einfach anhand von Koordinaten seine Bilder lokal Geotaggen. Das Plugin integriert sich komplett in Lightroom und auch beim automatischen Flickr Upload via Lightroom, bleiben die Daten erhalten, so dass Flickr die Geodaten direkt wieder auslesen kann.
Wer also Besitzer eines iPhones ist und eine kostengünstige Möglichkeit zum Geotaggen sucht, ist mit dieser Software/Hardware Kombination sehr gut bedient (je nachdem wieviel man bereit ist zu spenden, bezahlt man sogar unter $10).



















Sabrina on 20. Oktober 2011
Hallo Winfried…
also ich interessiere mich ja schon lange für das Thema Geo Daten und die Möglichkeiten die man dadurch erhält. Die App kannte ich bisher noch nicht, aber auch ich habe sie direkt getestet und sag jetzt an der Stelle, “Danke für den tollen Tipp!”
Benjamin on 16. Juni 2011
Hi Winfried,
dank deines Beitrags hab ich mir die App geladen und auch erfolgreich getestet. Das Ganze funktioniert ja auch schon ohne das Plugin ganz gut. Allerdings hab ich beim normalen Sync von GPX Daten & Fotos für jede Datei auch ne XMP.
Entfällt diese wenn man die GPX Dateien mit Lightroom einliest?
Grüße Benjamin