• Geschrieben am 21. März 2010 von Winni

    Heute gehts mal nicht um reine Fotografie, sondern um bewegte Bilder. Genauer gesagt um digitale Videobearbeitung. Ich filme gerne mit meiner EOS 5D Mk II. Das 1080p Video-Feature dieser DSLR ist genial. Die Videoqualität ist umwerfend und die Möglichkeit alle verfügbaren Objektive für Videos zu benutzen öffnet Türen, die sonst nur mit absolutem Profi-Equipment möglich wären.

    Einen Nachteil hat die 5DM2 aber… das eingebaute Mikro ist nicht gerade das beste und es nimmt nur in Mono auf. Ausserdem neigt es zum rauschen und es nimmt gerne die Fokusiergeräusche der Kamera mit auf. Aus diesem Grund habe ich mir vor einiger Zeit den portablen Audio-Recorder “Zoom H2” zugelegt. Das Gerät ist sehr günstig, bietet für den Preis aber eine überragende Audioqualität und rauscht kaum. Passend dazu habe ich mir noch einen Manfrotto 482 Mini-Kugelkopf mit Blitzschuh-Fassung zugelegt, damit ich den H2 direkt auf der Kamera befestigen kann. So ausgerüstet kann ich jetzt Video mit der 5D Mk II aufnehmen und gleichzeitig Audio mit dem H2 Recorder.

    Allerdings habe ich jetzt das Problem, dass ich Videosignal und Audiosignal getrennt voneinander in meiner Videoschnitt Software habe. Wie bekomme ich jetzt das Audiosignal mit der Videoquelle synchronisiert? Diese Frage haben sich die Jungs von “Singular Software” wohl auch gestellt und die Software “Pluraleyes” entwickelt. Pluraleyes gibts als Plugin für Apple’s Final Cut Pro und für Sony Vegas. Die Software analysiert die vorhandene Video/Audio Kombination, die ich mit der EOS 5D aufgenommen habe und synchronisiert anhand des vorhandenen Audiosignals der Originalaufname dann die 2. Audioquelle die ich mit dem Zoom H2 aufgenommen habe. Somit sind beide Audioquellen absolut synchron und ich kann entscheiden welche ich nutzen möchte.

    Dies ist vor allem auch hilfreich, wenn Ihr eine Multi-Cam Aufnahme gemacht habt- sprich ihr nehmt eine Szene mit verschiedenen Kameras aus verschiedenen Blickwinkeln auf (z. B. der Liveauftritt einer Band) und nehmt gleichzeitig auch das abgemische Audiosignal direkt vom Mischpult mit auf. Dank Pluraleyes ist es Kinderleicht die versch. Videospuren mit der abgemischen Audioquelle zu synchronisieren.

    Wie gut das ganze funktioniert werde ich euch Anhand einer kleinen Beispielaufnahme zeigen:

    Wie unschwer zu überhören ist, rauscht das Audiosignal und ist teils nicht sauber ausgesteuert. Das Audiosignal in diesem Video habe ich direkt mit dem eingebauten Mikro der EOS 5D aufgenommen.

    Zum Vergleich hier das gleiche Video, allerdings mit dem Audiosignal des Zoom H2 (den ich direkt nebem dem Gitarren-Amp positioniert habe). Das Audiosignal hat Pluraleyes innerhalb weniger Sekunden mit der original Video/Audio-Spur synchronisiert.

    Wie ihr hört, ist die Aufnahme viel klarer, so gut wie rauschfrei und hat einen sauber ausgesteuerten Pegel.

    Wer oft mit verschiedenen Video- und Audioquellen arbeitet, dem kann ich Pluraleyes nur ans Herz legen.

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  • 4 Kommentare zu “Video/Audio Sync mit dem Zoom H2 und Pluraleyes”

    • anatoly on 1. Juli 2010

      Hallo,
      probiere gerade mit Pluraleyes rum, habe 10 St. Aufnahmen je Kamera.
      Das Programm synct und ich bekomme mehrere “gesyncte” Sequenzen und dazu “ungesyncte”. Dabei sind die nicht nach Zeit geordnet, sondern wild durcheinander.
      Hätte gerne ein Rat:
      1. das Programm ist dazu gemacht, um manuelles Syncen abzuschaffen.
      Ich habe aber mehrere Clips, die ich dann noch mal aneinander passen soll.

      2. Das Sync von 7 Stunden Material von 2 Kameras hat 8 Stunden gedauert bei 15% erfüllter Aufgabe. Danach musste ich abbrechen, weil ich wegen Prozessorüberlasung nicht weiter arbeiten konnte.

      Wie sieht es bei Ihnen aus?
      Was bekommt Ihr als Endergebnis nach dem Sync?

      Danke im voraus!

      • Winni on 5. Juli 2010

        Hi Anatoly,

        meine Erfahrungen mit Pluraleyes sind etwas anders. Allerdings habe ich auch keine 10 Std. Aufnahmen die ich synce.

        In der Regel komme ich nicht ueber eine Std. Material, wobei auch hier das Audiomaterial nur die maximale Laenge hat und das Video Material aus versch. kleineren Clips besteht.

        Das Syncen klappte bei mir i. d. R. sehr gut. Manchmal (wenn die Audioquelle im Video zu bescheiden ist) bekomme ich Syncfehler (aber dank der “Try very hard”-Option kommt dies wie gesagt nur sehr selten vor).

        CPU Last Probleme hatte ich bisher auch noch keine. Ich vermute das bei Dir ein CPU/RAM Problem auftritt, wenn die Clips zu lang sind.

    • Falko on 21. März 2010

      Ah das ist ja fetzig. Genau nach sowas habe ich auch gerade gesucht. Hab auch den zoom H2. Aber leider nicht so eine geile Canon ;-)

      • Winni on 23. März 2010

        Hehe, das funktioniert aber auch mit jeder anderen Videokamera ;-)

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